UNESCO-Welterbe im Norden
Das Bergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar
1000 Jahre Bergbaugeschichte dokumentiert das 1988 stillgelegte Erzbergwerk Rammelsberg als Museum und Besucherbergwerk, eines der größten Museen Deutschlands mit zahlreichen montanhistorischen Zeugnissen aus unterschiedlichen Epochen: die Abraumhalden (10. Jh.), der Rathstiefste Stollen (einer der ältesten und besterhaltenen Stollen des deutschen Bergbaus, 12. Jh.), das Feuergezäher Gewölbe (ältester ausgemauerter Grubenraum Europas, 13. Jh.), der Maltermeisterturm (das älteste Tagesgebäude des deutschen Bergbaus, 15. Jh.), der Roeder-Stollen (18./19. Jh.) mit zwei originalen Wasserrädern und die beeindruckenden Übertageanlagen (Anf. 20. Jh.). Der Reichtum des Rammelsberges an Silber- und vor allem Kupfererz hat die Geschichte und Entwicklung der Stadt Goslar geprägt und war Anfang des 1. Jahrhunderts Ursache für die Gründung der Pfalz durch Kaiser Heinrich II.; im Jahre 1009 fand die erste Reichsversammlung in Goslar statt. Goslar war Residenzstadt deutscher Könige und Kaiser bis 1253. Das Oval des Altstadtkerns von Goslar, hervorragend erhalten, wurde auf engstem Raum von einem Quadratkilometer angelegt. Die mächtige Kaiserpfalz wurde im romanischen Stil errichtet. Sie war über Jahrhunderte hin die größte und sicherste Pfalzanlage sächsischer und salischer Kaiser. Goslar wurde ein Zentrum des christlichen Glaubens, das "nordische Rom". Die Türme der 47 Kirchen und Kapellen bestimmten die einzigartige Silhouette der Stadt. Das Stadtbild ist geprägt durch Gildehäuser, das historische Rathaus am Marktplatz und eine große Zahl Bürgerhäuser mit kunstvoll beschnitztem Fachwerk.
Das als Meisterwerk früher Bergbau- und Ingenieurskunst geltende Wassersystem wurde von dem Welterbekomitee der UNESCO am 1. August 2010 in Brasilia in die Liste des Kultur- und Naturerbes, als Erweiterung der Welterbestätte Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar, aufgenommen. Das ausgeklügelte System kleiner Stauseen, Gräben, Stollen und Wasserläufe diente den Bergleuten zur Energieerzeugung. Heute sind insgesamt 22 Wanderwege entlang von aktiven und passiven Gräben, Teichen und Wasserläufen mit einer Gesamtlänge von ca. 112 km angelegt worden. Das Oberharzer Wasserregal lässt sich über die "WasserWanderWege" erkunden.
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