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Kirchen, Dome und Münster

Im hohen Mittelalter standen Kirche und Glauben im Mittelpunkt des Denkens. Es war ein Zeitalter ohne Radio, Fernsehen oder Zeitungen, in dem die Kirche einen beständigen Fluss von Stimulationen bot. Neben der sonntäglichen Eucharistiefeier gab es Prozessionen und Veranstaltungen, die den damals monotonen Wochenrhythmus unterbrachen. Die Ausstattung der Kirchen wurde als Aufgabe aller gesehen - Armer wie Reicher. Die künstlerischen Arbeiten in den Kirchen boten Manchem  Arbeit und minderten die Last der Armut. Die bunten Glasfenster und freskenartigen Bilder der mittelalterlichen Gotteshäuser bezeichnete man oft auch als "die Bibel der Armen". Da viele Menschen nicht lesen und schreiben konnten, wurden die biblischen Geschichten weitergegeben durch die Medien der Glasmalerei, vielfältiger Bilder sowie Statuen. Hier wurden die Geschichten des Alten und Neuen Testaments aufgegriffen. Die Leidens- und Kreuzigungsgeschichte Jesu war dabei ein zentrales Thema. Mit der Liturgie entwickelte sich später die Kirchenmusik. Ende des 6. Jh. hatte Papst Gregor I. (590-604 n. Chr.) die ihm verfügbare Kirchenmusik in einem Verzeichnis (Codex) geordnet. Nach ihm sind auch die Gregorianischen Gesänge genannt. Auch wurden Kirchen immer wieder zur Rettung des Seelenheils durch bedeutende Schenkungen von Adeligen und Bürgern gemacht. Religion hatte früher einen viel höheren Stellenwert als heute, selbst die Krönung des Königs konnte nur durch die christliche Kirche erfolgen.
 
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