In den folgenden Jahren arbeitete Luther besonders eng mit Philipp Melanchthon zusammen. Sie veränderten Kirchen-, Schul- und Sozialwesen. Im Gottesdienst stellte Luther die Predigt in den Mittelpunkt und führte die Deutsche Messe ein. Er schrieb viele deutsche Kirchenlieder für die Gemeinden (u.a. "Ein feste Burg ist unser Gott"). Die Professoren verfassten Schulordnungen und setzten sich für die Gründung von Mädchenschulen ein. 1523 wurde mit der Einführung des Gemeinen Kastens in
Wittenberg die Armenversorgung der Stadt neu geordnet.
Hauptwerk der Wittenberger Reformatoren ist die Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache. 1534 wurde die "Gesamtdeutsche Bibel" in
Wittenberg gedruckt. Sie beeinflusste die Entwicklung der deutschen Sprache wie kein anderes Buch und diente als Anstoß für die Übersetzung der Bibel in viele andere europäische Sprachen.
Luther hatte in dieser Zeit auch mit Rückschlägen zu kämpfen. Durch seine Haltung im Bauernkrieg 1525 und seine Schriften gegen die Täufer verlor er viele Anhänger.