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Ablass und 95 Thesen

95 Thesen Luthers
1515 verkündete Papst Leo X. einen neuen Ablass für das Erzbistum Magdeburg. Mit den Einnahmen aus dem sogenannten Petersablass sollte die Fertigstellung des Petersdomes in Rom finanziert werden. Der Magdeburger Erzbischof Albrecht von Brandenburg hatte zuvor beim Augsburger Bankhaus Fugger einen Großkredit zur Zahlung seiner Ernennungs- und Dispensgebühren aufgenommen. Als Sicherheit für diesen Kredit ließen sich die Fugger den Petersablass überschreiben. Mindestens die Hälfte der Einnahmen sollte an das Bankhaus gezahlt werden. Im Auftrag von Albrecht von Brandenburg zog der Dominikanermönch Johannes Tetzel durch das Erzbistum und nutzte Versprechungen, Drohungen und den Spruch, "Sobald der Gülden im Becken klingt, im Hui die Seel in den Himmel springt!" um die Ablasstruhen zu füllen.

Bereits früh begann Luther die Predigten und Geschäftspraktiken Tetzels zu kritisieren. Er fürchtete die Machenschaften der Ablassprediger würden den Irrglauben unter den Menschen fördern. Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte er 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasses und stellte diese zur Diskussion. Er sandte seine Thesen u.a. an Erzbischof Albrecht von Brandenburg, der sie nach Rom überbringen lies. Die Thesen verbreiteten sich zu Luthers Überraschung in der Öffentlichkeit mit großem Erfolg und gelten heute als Beginn der Reformation.
 
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